Gottesdienst


Ernst-Thälmann-Straße 9, 99423 Weimar

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Fotos: Hannsjörg Schumann

Chronik


Erinnerungen zum Kirchenbau Pabststraße 13a

Teil II

Für den Einbau der Decke waren Tragelemente erforderlich, die den statischen Anforderungen des Ausbaus der oberen Etage entsprachen. Tragelemente bzw. Fertigteile, wie sie heute unkompliziert zu beschaffen sind, konnten in der Nachkriegszeit nicht erworben werden. Beispielsweise wurden aus bombenbeschädigten Gebäuden und Grundstücken Eisenträger in unter- schiedlichen Größen geborgen, die jeweils für den Einbau zugeschnitten werden mussten. Der größte Träger des Hauses befindet sich in der Mitte des Kirchenraumes und liegt auf den errichteten, heute noch sichtbaren Pfeilern neben den Seitentüren auf. Dieser Doppel - T - Träger hatte ein Profil von ca. 56 cm. Er wurde aus der Ruine des Kinosaals "Am Brühl" geborgen. Die unterschiedlichen Größen der verwendeten Träger gestalteten die Decke unansehnlich. Die sichtbaren, und immer als Störfaktor betrachteten zwei Säulen in der Mitte des Raumes waren vermutlich aus Sicherheitsgründen erforderlich. Der allgemeine Mangel während der Bauphase erforderte ständig ein hohes Maß an Improvisation.

Im Jahr 1954 oder 1955 konnte eine Verkleidung dieser unschönen Deckengestaltung angebracht werden. Es entstand eine sehr gut wirkende Stuckdecke, wie sie heute noch besteht.

Die Einweihung des Kirchenraumes erfolgte im Jahr 1948 nach einjähriger Bauzeit durch Apostel Rockstroh. Das Haus befand sich zu dieser Zeit noch im Rohbau, das Dach nur provisorisch mit Zementziegeln gedeckt und die Kellerräume sowie die obere Etage noch nicht ausgebaut. Diese Bauabschnitte konnten erst im Jahr 1951 fertiggestellt werden. Zu diesem Zeitpunkt bezogen Bez.-Evangelist Hepper, Martin Pankow und später Apostel Wicht mit ihren Familien die Wohnungen in der oberen Etage. Priester Martin Pankow war zunächst Fahrer für Apostel Wicht, später Vorsteher der Gemeinde Weimar und zuletzt Bezirksältester für den Bezirk Gera.
Die Einrichtung des Kirchenlokals war auch unter dem Gesichtspunkt der damaligen Verhältnisse äußerst bescheiden. Die Sitzgelegenheiten hatten teilweise keine Lehnen und die Bänke waren uneinheitlich zusammengestellt. Die Heizung bestand aus drei großen eisernen Öfen, die im Kirchenraum standen.

Die genutzten Räumlichkeiten in der Thälmannstraße reichten schon zu dieser Zeit infolge des Zuzugs von Vertriebenen kaum aus. Später, nach der Einweihung des neuen Lokals, fanden viele Menschen Zugang zum Glauben und unserer Kirche, sodass beispielsweise anlässlich eines Dienstes mit Apostel Rockstroh etwa 50 Seelen versiegelt wurden. Die Geschwister standen am Altar in drei Reihen. Die Gemeinde hatte in diesem Zeitraum einen sehr starken Zugang, so dass die Mitgliederzahl auf über 350 Mitglieder anwuchs.

G. Schleusener