Gottesdienst


Ernst-Thälmann-Straße 9, 99423 Weimar

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Neubau Neuapostolische Kirche


Gemeindezentrum Weimar

Stadtviertelentwicklung 1841 bis 1870

Im Zeitraum um 1841 ist der Stadtbereich nördlich des Asbachtales nahezu völlig unbebaut. Am Jakobstor entspringen die Chausseen nach Ettersburg und Buttelstedt und führen durch die Senke im Bereich des Asbaches. Diese Senke unmittelbar nördlich der Stadt war für die Fuhrwerke, welche oft nur durch Rindvieh oder Pferde gezogen wurden, sehr mühsam zu passieren. Neben der höheren Anstrengung Lasten eine Anhöhe heraufzuziehen war das Abbremsen der Fuhrwerke zum Beispiel durch Festbinden eines Rades mittels Ketten am Langbaum, oft das größere Problem. Denn die mechanische Klotzbremse, deren Bremswirkung mittels eines Hebels über eine festsitzende Mutter und Drehspindel erzeugt wird, wurde erst ab dem 19.Jahrhundert verbreitet angebaut.

Im Zusammenhang mit dem Eisenbahnbau, 1845 - 1862, wurde durch Betreiben von Carl Friedrich, Großherzog von Sachsen-Weimar von 1828 bis 1853, die Planung des Gebietes vorgenommen und die ersten Bauten errichtet. Im Auftrag von Carl Friedrich wurden 1845 die Planungen der Oberbaubehörde des Großherzogtums für den Bau eines Viadukts durchgeführt. Der Entwurf ist von dem Bauinspektor Carl Georg Kirchner (1802-1858) angefertigt worden. In diesem Zusammenhang erhielt er auch den Auftrag, die Umgebung des Jakobstores zu berücksichtigen und mit Blick auf die Eisenbahn-Anlage die nördliche Stadterweiterung zu planen.

Im Jahr 1846 konnte die Bahnlinie von Weißenfels bis Weimar eröffnet werden. 1847 ist die Bahnlinie bis Erfurt erweitert und der neu errichteter Bahnhof für Weimar und der Viadukt sind fertig gestellt. In den folgenden Jahren entstanden im südlichen Bereich der Ettersburger Straße (heute Ernst-Thälmann-Straße) einige Wohngebäude. Eine weitere Bebauung des gesamten Areals (nördliche Vorstadt), außer einigen wenigen Häusern, erfolgte erst in den Jahren nach 1862.

Ab dem Jahre 1853 ist Carl Alexander (1818-1901) Großherzog von Sachsen-Weimar. Sein Bestreben war ausgehend von der Zeit der Klassik, Weimar zu einer Stadt der Museen zu entwickeln. Seit 1862 werden Planungen zur Bebauung des südlich des Bahnhofes gelegenen Areals angestrebt sowie die Planung des Neuen Museums begonnen. Ernst Kohl (1818-1901 - Ingenieur der Thüringer Bahn, ab 1857 in Weimar) spielte bei der Erschließung von diesem Gebiet eine entscheidende Rolle. Der Großherzog beauftragte ihn mit dem Ankauf von Land zu Bauzwecken - er wurde so zum größten Grundbesitzer in diesem Areal. Weiterhin regte E. Kohl an, das Museum als Grundstein für die Entwicklung des Bahnhofsviertels in die Gegend zwischen Bahnhof und Stadt zu bauen.

Im Jahr 1863 wurden durch Armin Sckell (1836-1910 - Hofgärtnerfamilie Sckell war vom Ende des 18.Jahrhunderts bis 1918 für das großherzogliche Haus in deren Parks und Gärten tätig) Vorschläge zur Gestaltung der Umgebung des Museums erarbeitet. So sollten nördlich des Museums an der einmündenden Sophienstrasse (heute Carl-August-Allee) beidseitig Häuser stehen. Auf halbem Wege zum Bahnhof sollte auf einer Seite des Platzes als Dominante eine katholische Kirche stehen. Im Mai 1864 bot Ernst Kohl der katholischen Gemeinde diesen Bauplatz zum Kauf an.

Im Frühjahr 1864 wurde der Museumsneubau, Entwurf durch Prof. Josef Zitek (1832-1909), begonnen und im Jahr 1868 fertig gestellt. Durch den vom Museum nordwestlich gelegenen und vom Großherzog geschenkten Baugrund wurde der Neubau der Realschule in das neue Stadtviertel gelenkt. Um die weitere Bebauung des Stadtviertels voranzutreiben wurde 1870 der "Bau-Verein" gegründet, welcher bis 1872 drei Häuser an der Nordseite des "Squares" (heute Buchenwaldplatz) erbaute. Durch die von Stadt und Großherzog weiter geförderte Anlage von Freiflächen sollte die Bebauung des Areals neue Impulse erhalten. 1870 wurde für die südlichen Außenanlagen des Museums Erdmassen aufgeschüttet und 1875 der "Vimaria-Brunnen" erbaut. Bis ca. 1887 wurden alle südöstlich vom Museum gelegenen Gartenhäuschen abgebrochen.